dello Spirito del Bosco

Archiv für September, 2011

hundkatzemaus… Diana Eichhorn mit Meggie und Ihrem Kamera- und Redaktionsteam war zu Besuch

Diana Eichhorn mit Meggie und ich mit Lieseli

Gestern war ein unglaublicher Tag. Diana Eichhorn, die bekannte Moderatorin der Sendung hundkatzemaus bei VOX war bei uns zu Besuch. Eine unkomplizierte Frau mit einem super süssen Hund und unglaublich viel Herz für Tiere. So kam sie bei mir an…. logischerweise findet man dann auch relativ schnell zueinander und wir hatten alle einen tollen, ermüdenden, aber erfolgreichen Tag. Ich bin jetzt schon auf die Bilder gespannt. Werde dann noch mitteilen, wann die Sendung ausgestrahlt wird 🙂

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Mathematik für verspielte Lagotti

Wochenenden kündigen sich schon früh an: Meistermein liest die Zeitung, kratzt sich am Kopf, murmelt ein paar unanständige Worte zum Thema Wetter und geht dann zur Metzgerei, um für mich Pferdefleisch zu kaufen. Steckt er es in den Tiefkühler, dann weiss ich: Nix da für die nächsten Tage. Legt er es aber in der Küche zum Auftauen hin, dann ist klar: Das Wochenende steht vor der Tür, und wir gehen stundenlang in die Natur.

Gestern war so ein Tag. Meistermein packte alles zusammen, was es braucht: Rucksack mit Futter, Wasserflasche, mobiler Fress-Trinknapf, Leine, Belohnungshäppchen, Kot-Säckchen, Geräte zum Trüffel ausgraben, ein Sack für die Trüffel. Ich schaue dem Packen immer gerne zu. Vor allem merke ich, wenn er etwas vergisst: Seinen Zigaretten-Vorrat. Dann weiss ich, dass wir bestimmt während der Wanderung viele Leute kennenlernen, die er notfallmässig um Rauchware anbetteln muss.

Zurück zu gestern. Wir marschierten also los. Es war heiss. Zum Glück merkte ich schon bald, dass wir zu einem Berg gingen, den ich wie meine Westentasche kenne – alle paar hundert Meter gibt es kleine Bäche, die Badewannen bilden, in welchen ich mich wälzen kann. Ist es trocken, gibt es eben ein Schlammbad. Was viel besser ist, denn Meistermein fährt mich dann anschliessend zum See, wo ich so lange schwimmen darf, bis er das Gefühl hat, ich sei sauber.

Auf dem Weg den Berg hinauf war es heiss. Sehr heiss. Nichtsdestotrotz wollte ich natürlich, dass Meistermein mir einen Tannenzapfen wirft, den ich ihm dann wieder zurückbringen kann. Wer nun meint, ich mache dies aus reiner Lust am Spiel, der hat sich geirrt. Es sind mathematische Übungen, die ich mache.

Zunächst nämlich muss ich mir einen Tannenzapfen aussuchen, der so riecht, wie ich es für richtig erachte. Ich nehme ihn in die Schnauze, wäge ihn und schätze danach Meistermeins Tagesform ab: Geht er leicht gebückt, dann weiss ich, dass ihn wieder mal das Zipperlein plagt und er nicht so viel Kraft in den Wurf legen kann. Oder wenn wir den Berg hochmarschiert sind, kann ich an seinem Keuchen und Pfeifen hören, dass da nicht mehr viel Kraft und Saft in ihm steckt. Geht er wacker voran und hat Zug in seinen Schritten, dann ist klar, dass er fit wie ein Turnschuh ist. Rennt er jedoch, ist klar, dass mit dem Spielen nichts wird, denn dann ist eine Bergbeiz in der Nähe.

Weiss ich mal, wie viel Kraft er hat, ist das schon die halbe Miete. Dann muss ich nur noch die Windrichtung feststellen, die Windgeschwindigkeit abschätzen, die Wurfhöhe in meinem geistigen Auge projezieren, dann die Reichweite mit der Formel R=vo hoch zwei über g mal sinus(2Beta) berechnen, und schon weiss ich, wie weit er werfen wird. Simpel, oder? Und sollte er beim Werfen mal Ächzen und Stöhnen, dann ist klar, dass eine Sitzung beim Chiropraktiker ansteht. Im Normalfall aber kann ich ihm den Tannenzapfen vor die Füsse werfen, er bückt sich, während dieser Zeit renne ich voraus und warte. Sofern ich die Wurfparabel richtig berechnet habe, fällt der Zapfen genau vor mir auf den Boden, und ich muss nicht mehr lange suchen. Irgendwann wird er auch dahinter kommen, dass ich ihm im Rechnen weit voraus bin und dann wahrscheinlich eine neue Wurftechnik entwickeln. Bis es aber so weit ist, dürfte es noch lange dauern.

Nicht so lange jedoch, wie wir gestern den Berg hochkraxelten. Oben angekommen, durfte ich im Bergrestaurant Wasser trinken, während er sich mit einem Espresso begnügte. Meistermein hatte nämlich wieder mal vergessen, Geld mitzunehmen. Sonst hätte es bestimmt für einen Nussgipfel gereicht. Aber nun musste er sich entscheiden: Zigaretten und Kaffee oder Kaffee und Nussgipfel. Raten Sie, wie es ausging…

Nach einer Viertelstunde sah ich eine alte Freundin. Sie ist wirklich alt, eine Dalmatiner-Dame. Ich kenne sie, seit ich bei Meistermein lebe. Aber sie war, im Gegensatz zu mir, nicht etwa erschöpft, sondern sprang herum als ob sie der Aufstieg überhaupt keine Kraft gekostet habe. Sie offenbarte mir ein Geheimnis: Wenn man von der anderen Seite als wir auf den Berg geht, kann man fahren. Mit einem Bus. Vielleicht sollte ich dieses Geheimnis mal mit Meistermein teilen. Wobei: Ob man im Bus auch mit Tannzapfen werfen darf? Das muss ich unbedingt mal ausprobieren.