dello Spirito del Bosco

neue Erlebnisse

Zuchttreffen 2014 im Rest. Nussbäumli in Altdorf

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P1050195Nachdem wir uns um 10 Uhr getroffen haben war es natürlich unumgänglich einen Besuch beim berühmten Telldenkmal zu machen für ein Gruppenfoto… leider fehlen da noch zwei Hunde, die etwas später kamen.

Danach der Aufstieg zum Nussbäumli, vorbei am Kapuzinerkloster. Die Wirtsleute und ihre weltbesten Stammgäste haben uns von Anfang an wunderbar geführt und betreut, sozusagen Rundumpaket und einfach nur empfehlenswert (auch für sonst, oder auch ohne Hunde).

Wir bekamen ein wunderbares Mittagessen und haben noch einen Kurztrüffelkurs gemacht. Danach gabs noch etwas Trüffelsuch-Übung bis es Zeit zum Abstieg war. Da konnten die Löckchen noch einmal richtig rumrennen und toben um dann total müde und glücklich (auch wir Menschen) im Auto nach Hause zu fahren.

Herzlichen Dank an alle, die gekommen sind 🙂 es war für mich wunderbar meine Babys zu sehen… Anwesend waren:

Cinà Carina (Aysha dSdB)

Beliza dSdB

Diva, Djuna und Dilara dSdB

Enya, Ciuffo (Egno dSdB) und Eccolo dSdB

Furbo und Fosco dSdB

Frana, Sofy, Grimo, Pippa

Amy und Nora


ein Weekend voller Erlebnisse…

10. bis 15. Oktober 2012

Mittwoch, 10. Oktober 2012, alles ist bereit, Auto gepackt und Amy zu Maja, Grimo zu Rita und Werni gebracht. Diva und Frana sind im Auto und alles ist verstaut, es kann los gehen.

Die Fahrt geht in Richtung München wo wir zusammen mit Marion und Beppo eingeladen sind an der Quizshow 1,2 oder 3 mitzuwirken. Im letzten Moment habe ich für die Requisite ein paar Pilze gesucht, aber da ich eh keine Ahnung habe… naja, Marion wird es richten hihi…

Die Fahrt geht sehr gut vonstatten und nachmittags erreichen wir um ca. 15.00 Uhr das Hotel, wo wir zur Übernachtung eingeladen wurden. Da wir noch Zeit hatten checkten wir kurz ein und machten uns auf in Richtung Bavaria Fernsehstudios in Unterföhring. Wir waren sehr aufgeregt als wir ankamen und mussten uns erst mal durchfragen. Dieser Komplex ist dermassen gross und verzweigt, dass man sich da wunderbar verirren kann. Trotzdem waren wir rechtzeitig da um die Aufzeichnung des Vortages mitzubekommen.

Wir wurden super nett empfangen und wurden gleich betreut von den netten Leuten vom ZDF, die Show war super klasse und das erste Mal konnte ich Elton live sehen, ein ganz netter Mensch. So wussten wir was am nächsten Tag auf uns zu kommt und konnten auch gleich noch unsere Pilze loswerden.

Wir assen dann im Hotel und gingen relativ früh zu Bett. Marion meldete sich noch per Sms, sie wurde vom Bahnhof abgeholt und konnte noch Aktenzeichen XY im Studio verfolgen 🙂 Ihre Lieblingssendung.

Am Morgen wurde noch gefrühstückt und dann gings ab ins Studio. Uns wurde ein Betreuer zugeteilt und wir fühlten uns alle wie Stars. Jutta war auch noch da um zuzuschauen und setzte sich gemeinsam mit Mutti in die Zuschauerränge. Es war urspannend zu sehen wie aufwändig so eine Produktion ist. Wir wurden von A – Z betreut und uns wurde auch alles gezeigt. Am Morgen haben wir dann noch etwas den Ablauf mit Beppo geübt und ihm Piet gezeigt, damit er sich nicht erschrickt. Die Zeit bis zum Aufzeichnungstermin verging so schnell. Die Aufzeichnung lief fantastisch, es musste auch nichts wiederholt werden. Beppo hat mich stolz gemacht, trotz dem Riesenlärm, der vielen Menschen, dem Getrampel und der Nervosität blieb er völlig unbeirrt cool und machte seinen Part fantastisch. Die ganze Crew war hellbegeistert von ihm… und ich erst.

Marco von der Requisite versprach die Zutaten für ein Nudelgericht, natürlich mit Trüffeln zu besorgen, sodass ich versprach dort noch Trüffelnudeln zu kochen… so kamen wir (nachdem noch eine halbe Stunde mein Fotoapparat gesucht wurde) erst um 16.00 Uhr weg in Richtung Italien.

Die Fahrt war dank Erdgasfahrzeug auch wieder spannend, da ich beim Brenner, dank abfahren von der Autobahn, zweimal bezahlen musste. In Verona haben wir uns im Euromotel eingemietet und konnten dort die Nacht verbringen. Ich persönlich habe super geschlafen und vor allem das Frühstück war super!

Morgens um 08.30 Uhr gings weiter in Richtung Borgofranco sul Po, wo wir zum Besuch des Trüffelmuseums erwartet wurden. Dies war ein tolles Erlebnis, denn wir wurden dort super betreut und haben eine Extraführung bekommen. Das Museum ist sehr modern, aber ansprechend gestaltet. Vielen Dank an die Leute vom Museum.

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Danach gings auf in Richtung Imola, wo wir dann nachmittags gleich erst mal Ermanno besuchen gingen. Er hatte eine ganz entzückende kleine Hündin da, mit der er dann am Samstag auch die Cuccioli Klasse gewann, Complimenti 🙂 Auch die Welpen waren süss und vor allem vom Charakter her sehr freudig, neugierig und aufgestellt, wirkliche ZEN Welpen. Zen vererbt schon ganz tolle Werte!

13.10.2012

Ein fantastischer Tag und doch auch  mit vielen Erlebnissen, gute, aber auch etwas fragwürdige. Ich habe mich bei Ermanno zur Verfügung gestellt um bei der Registrierung zu helfen. So ging es für die Ausländer einfacher und Ermanno konnte sich auf die Italienischen Teilnehmer konzentrieren. Das hat eigentlich ganz gut geklappt 🙂

Es waren doch knapp 200 Lagotti zur Show gemeldet, eine Wahnsinnszahl… und vor allem eine grosse Herausforderung für die Organisatoren, aber natürlich auch für die beiden Spezialrichter Gilberto Grandi und Giovianni Morsiani.

Die Bilder sprechen eigene Worte über die Ausstellung:

Süss waren die Hasen und Hühner, die sich in den Büschen aufhielten, grad 5 m neben uns und anscheinend wirklich keine Angst vor Hunden hatten. Schrecklich waren Vorfälle mit Wespen. Schon früh am Morgen wurde ein Italiener und sein Hund öfter gestochen und mussten zum Arzt. Eine Teilnehmerin stellte ihr Wohnmobil neben das Nest und rammte einen Stock in das Bodenloch in der Meinung, dass so der Ausgang für die Wespen verstopft sei. Schlimm war, dass sie ein Gehege mit ca. 7 Wochen alten Welpen gleich neben dran stellte. Am Nachmittag waren die Wespen draussen und überfallten die Welpen. Es war schlimm, sie schrien und konnten nicht weg, haben mir unheimlich leid getan. Chrigi reagierte richtig und wollte das Gehege wegschieben, auch sie wurde mehrmals gestochen, genauso wie Marion und eine Schwedin (sie hat sogar eine Allergie). Aber das Schlimmste für mich an dem Ganzen war, dass die Besitzerin die Welpen in den Wagen tat und an die Ausstellung ging. Die Welpen hätten sterben können und das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen :-/ Nun, glücklicherweise haben sie es alle überlebt, möchte aber nicht wissen wie sich das Trauma auf ihr späteres Leben auswirkt.

Die Ausstellungsresultate unserer Hunde waren recht gut.

Frana hat leider nur ein sehr gut gemacht, ihre Locken sind halt einfach nicht mehr da, aber schlimm ist das für mich nicht, denn sie war einfach super, ruhig, gelassen, hat mitgemacht und sich schön hingestellt.

Diva hat in der Juniorklasse ein vielversprechend gemacht und war unter den letzten 7 Ihrer Klasse in der Auswahl.

Beppo hat ein vorzüglich erhalten und war auch in dieser extrem starken KLasse von 28 Hunden unter den letzten 7, er ist wunderbar gelaufen und hat sich toll gezeigt, ein Pfundskerl!

Am Abend gabs Grande Fiesta mit dem Team Colli Irpini, so wie in den letzten beiden Jahren, jessas, da war was los und ich glaub von unserer Gruppe war ich die Einzige, die am Sonntag nicht gelitten hat *gröhl*

Sonntag zur Trüffelsuchprüfung… Die lief bei  mir nicht so gut, denn Frana wollte einfach nur Stöckchen spielen. Nun, ich freue mich bei Frana über so viele Dinge, die sie mir schenkt, dass ich dann einfach abgebrochen habe und beim Zurücklaufen mit ihr spielte 🙂 Dabei verlor ich die Leine und musste zwischen Pferden, Hunden, Menschen, freien Hühnern und allerlei ohne Leine durchlaufen und war stolz wie Pfau, dass Frana schön immer bei mir blieb und abrufbar war… so war ich sowieso ein Gewinner. Wir alle hatten keine nennenswerte Resultate… NUR… Amira hat uns rausgerissen, denn sie hat in der offenen Klasse den 3. Rang gemacht BRAVO!!!

Ach war das einfach schön 🙂


Von Echos, Bällen und sturen Menschen

Manchmal, aber nur manchmal, geht mir Meistermein gehörig auf den Geist.

Dieses Wochenende schaffte er dies sogar zwei Mal. Zuerst, als er mit mir am Samstag loszog, um den Wald zu erkunden. Das ist ja an sich nichts Spezielles oder Grossartiges. Zuhause wissen sie: Wenn er sagt, dass wir zwei Stunden unterwegs seien, kommen wir nach vier Stunden zurück. Diesmal wars ein wenig länger, und das ist nicht meine Schuld.

Denn: Zunächst war alles wie gehabt, ich suchte einen Trüffel, warf ihn Meistermein vor die Füsse und erwartete als Belohnung eine Runde Spiel und Spass. Stattdessen wurde der Kerl gierig und meinte, ich solle gleich nochmal so eine Knolle ausbuddeln. Wollte ich ja. Eigentlich. Aber als ich eben an einen meiner Lieblingsplätze ging, hoppelte mir ein Hase vor der Nase durch. Wir Logotti sind ja normalerweise wirklich nicht auf Jagd aus, aber dieser Hase… nun ja, ich fetzte also hinter ihm her, und Meistermein blieb einfach stehen, brüllte ein wenig in der Gegend rum, und logisch: Wenn er mir nicht nachrennt, kann ich ihn bald nicht mehr hören.

Als ich ihn nicht mehr hörte, er mich nicht mehr sah, und der Hase zwischenzeitlich wohl dank seiner flinken Hinterläufe entkommen war, zottelte ich friedlich wieder den Weg zurück. Bis ich plötzlich Meistermein rufen hörte. Allerdings nicht von dort aus, wo er zuvor war, sondern vom gegenüberliegenden Hügel.

Meinem normalerweise durch Folgsamkeit, Sanftmut, Tüchtigkeit und Fleiss geprägten Wesen folgend (habe ich hier noch irgend einen Bestandteil des Eigenlobes vergessen) raste ich also durch wildes Gestrüpp den einen Hügel runter, den anderen hoch – und fand niemanden. Keinen Meistermein, keinen Hasen, nur einen Reiter mit Pferd. Zwar hörte ich Meistermein noch immer rufen, aber merkwürdigerweise aus verschiedenen Richtungen. Also blieb ich mal auf dem Weg sitzen, der Reiter hielt an und er und sein Pferd musterten mich die längste Zeit.

Irgendwann brüllte der Reiter in den Wald „Ihr Hund ist bei mir“. Naja, nicht gaaanz so freundlich. Es tönte mehr so wie „Ihr Scheissköter sitzt hier auf dem Weg und lässt mich nicht durch!“ Was so gar nicht stimmte.

Jedenfalls tauchte Meistermein schliesslich verschwitzt, keuchend und mit roten Beinen auf und erklärte dem Reiter, dass ich dem Echo nachgerannt sei und er deshalb durch Brennesselfelder hier raufkraxeln musste, ich total harmlos sei (hm, ich denke, der Hase ist anderer Meinung) und er jetzt (hier benutzte er ein etwas übles Wort) sofort einen Brunnen suchen müsse, um seine Beine abzukühlen.

Und während er so mit dem Reiter sprach, schnupperte das Pferd an mir, ich leckte seine Nüstern und wir waren uns sofort einig, dass eigentlich nur der Reiter vor mir Schiss hatte.

Am nächsten Tag dann wollte ich solchen Vorkommnissen gleich vorbeugen und nahm von Anfang an einen Tennisball mit auf den Spaziergang. Damit sollte Meistermein klar sein: Nix Trüffel suchen, nix Hasen jagen, nur Spielen. Endlos.

Das ging auch gut. Bis wir auf einer grossen Wiese angekommen waren, wo mir sofort der Geruch eines anderen Tennisballes in die Nase stach. Also rannte ich los, deponierte meinen Tennisball im Wald und suchte den anderen. Meistermein blieb brav stehen, denn inzwischen habe ich ihn so gut erzogen dass er weiss: Ich komme wieder, wenn ich den Ball gefunden habe oder wenn ich versehentlich in der Badeanstalt gelandet bin und sie mich dort verjagen.

Mit dem neuen Ball wetzte ich zu ihm, und spielend marschierten wir weiter. Nur: Tennisbälle sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, und das Teil hatte schon bald einen Riss.

Hier muss ich anfügen: Ich habe inzwischen gelernt dass jene Sachen, welche ich in den Fluss werfe, einfach davonschwimmen und nicht mehr zurück kommen. Das geschieht sogar mit Tennisbällen. Mit Tannenzapfen. Und Meistermeins Turnschuhen.

Da der Ball also kaputt war, spuckte ich ihn ins Wasser und schaute ihm zu, wie er von dannen schwamm. Schliesslich wusste ich, dass ein zweiter Ball im Wald lag. Doch statt seiner stach mir der Duft eines anderen Tennisballs in die Nase. Näher. Verlockender. Angemoderter. Schlicht: Unwiderstehlich.

Dass zwischen mir und dem Ball ein Maschendrahtzaun war: Was solls? für etwas hat man ja Meistermein. Der sah den Ball nicht, weil er unter Efeu lag, aber ich, ich roch ihn. Ganz deutlich. Und bewegte mich nicht mehr weg. Meistermein musste nun also mit einem Stock durch die Löcher im Zaun stochern, das Efeu anheben, die Hände durch Brennesseln strecken (was der sich auch immer anstellt!), und nach einer Viertelstunde hatte er den Ball entdeckt. Da musste er ihn nur noch in einem abenteuerlichen Balanceakt so über den Hag balancieren, dass ich ihn auch endlich zum Spielen benutzen konnte. Und das Publikum tobte vor Begeisterung.

Endlich, endlich war es soweit, und ich konnte mit der neuen Beute spielen. Ach, was sag ich: Spielen? Nach einigen hundert Metern war auch dieser Ball kaputt. Sie erinnern sich: Es gab da noch einen….
Meistermein ist gut erzogen. Er wartete die ganze Zeit, bis ich wieder bei ihm war und wedelnd den ersten Ball vor seinen Füssel platzierte.

Was ich nicht ganz verstehe ist, weshalb er mich daraufhin an die Leine nahm und nicht mehr spielte. Merke: Menschen sind schwer zu erziehen und ihre Reaktionen noch schwerer zu durchschauen. Aber irgendwann werde ich auch Meistermein fertig erzogen haben.


Kurzmitteilung

Der Lichtblick: Idealgewicht!

ImageBei den Griechen war alles klar: Die Mohnblume war das Symbol der Unterweltsgöttin Persephone, und auch Hyphnos, der Gott des Schlafes, hielt meist eine Mohnblüte in der Hand. Heisst ja auch: Schlafmohn.

Und vielleicht hätten wir das alles im Hinterkopf halten sollen, als wir uns heute auf den Spaziergang machten. Denn kaum waren wir aus dem Haus – „wir“ sind ich und Meistermein – sahen wir in der Wiese, auf dem Weg zum Wald, leuchtend rote Mohnblumen. Aber man soll ja nicht in allem eine Symbolik vermuten… Auch nicht, als wir wenig später einen „gefallenen Engel“ entdeckten: Einen toten Schwan, der seine Flügel ausgebreitet hatte wie ein Engel, der vom Himmel gestürzt ist.

Meistermein hat mir schon früh beigebracht, dass ich mich nicht mit toten Tieren beschäftigen soll, und so marschierte ich an dem Kadaver vorbei, Richtung Wald. Dort, schliesslich, ist das, was ich spannend finde: Tannenzapfen ohne Ende und ab und zu mal ein Trüffel.

Vor wenigen Tagen, auf dem Weg zum Wald, entdeckte Meistermein auf einer Kuhweide einen Rehbock. Keine Ahnung, wie er dort in das Gelände reingeraten war, jedenfalls fand er den Ausgang nicht und knallte immer mit seinem Körper gegen die Umzäunung. Als er uns sah, kam er vorsichtig näher, ich setzte mich hin, bis er unmittelbar vor uns stand. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Rehe merken, dass ich ihnen nicht gefährlich werde. Jedenfalls rief Meistermein bei der Gemeinde an, woraufhin der Wildhüter erschien – allerdings zu spät, der Bock hatte seinen Weg in die Freiheit schon gefunden.

Aber: Meistermein hatte nun die Telefonnummer des Wildhüters auf seinem Handy, und das sollte heute noch nützlich sein.

Im Wald suchten wir heute zunächst einige Stellen nach Trüffeln ab. Also: Ich suchte, und Meistermein musste mir an der Schleppleine durchs Unterholz nachrennen (ja, ich weiss, es ist gemein: Aber ich nehme ihn manchmal an die lange Leine). Als ich so richtig im Eifer war, blieb er stehen und rief mich zurück: Er hatte endlich das tote Reh entdeckt, an welchem ich vorbeigerannt war.

Das Reh hatte keine Riss-Spuren und war noch nicht angefressen, und als der alarmierte Wildhüter kam, war klar: Es war eine Geiss, die Milch spritzte noch aus den Zitzen, sie war nicht abgemagert, aber über und über mit Zecken bedeckt.

Nun war auch klar, was das komische Geräusch war, das wir weiter weg im Unterholz hörten: Es tönte wie das Schreien eines grossen Vogels – aber es war das Rehkitz, das nach seiner Mutter rief.

Und es war klar, was mit ihm geschehen würde. Es mit nach Hause zu nehmen war keine Option – das ist bei uns sogar verboten. Und überleben konnte es in der Wildnis nicht. Als der Wildhüter sein Gewehr holte, gingen Meistermein und ich zum Fluss… schliesslich bin ich nicht schussfest…

Ich badete, bis ich plötzlich eine Witterung aufnahm. Meistermein sagt dann, dass er meiner Nase ansehe, wo ich mit ihr etwas „sehe“. Ich rannte los, mitten in den Wald, musste im Unterholz wühlen, mich durch das Dickicht kämpfen, doch nach wenigen Sekunden hatte ich ihn gefunden: Einen Tennisball! Mitten im Wald! Innerhalb von 30 Tagen habe ich also damit 21 Tennisbälle gefunden – keine schlechte Ausbeute!

Auf dem Nachhauseweg trafen wir per Zufall eine Kollegin von Meistermein, die mit ihrem Jagdhund durch Zufall dort vorbeigelaufen war, wo die tote Rehgeiss gelegen hatte, und die beiden Zweibeiner diskutierten, dass die Umstände des Todes des Tieres merkwürdig waren. Ob hier vielleicht Gift im Spiel war?

Zuhause angekommen, gab mir Meistermein mein Futter – aber ich hatte schlicht keine Lust. Mir war plötzlich übel, ich ging in den Garten, legte mich in den Schatten und wartete, dass es besser werde.

Meistermein seinerseits kaufte schnell Zigaretten, doch als er zurückkam, hatte mich solch Schüttelfrost ergriffen, dass er mich kurzerhand ins Auto packte, der Tierärztin aufs Handy anrief und sofort bei ihr vorbei fuhr. Sie stellte Untertemparatur fest, einen verhärteten Bauch, und mir war inzwischen so elend, dass ich mich nicht mal grossartig gegen die Spritze wehrte, die sie mir setzte. Wer mich kennt weiss: Es muss mir also verdammt schlecht gegangen sein. Und an Essen war schon gar nicht mehr zu denken…

Inzwischen habe ich immerhin eine Portion Kartoffelstock runterwürgen können und frage mich, weshalb es in einem Hundeleben ab und zu solche Tage wie heute geben muss.

Immerhin war der Abschluss bei der Tierärztin toll: Sie meinte nämlich, dass ich inzwischen für meine Grösse wohl das Idealgewicht erreicht habe. Wobei ich besser verschweige, wo das liegt: Schliesslich bin ich schwerer, als nach Standard ein Lagotto-Männchen sein sollte. Abver ich bin ja auch keine Standard-Hündin mit Standard-Abenteuern in einem Standard-Leben!

 


Als Meistermein im Schnee versank

Nach einigem Buddeln erblicke ich endlich Meistermein im Schnee!

Forrest Gumps Mama hat es richtig erkannt. Die sagte immer: „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel – man weiss nie, was man bekommt„.

Mein Leben ist ähnlich wie diese Pralinenschachtel: Vorgestern spazierte Meistermein mit mir durch den Frühling, ich schnupperte an frischen Blumen und buddelte ein wenig in der Erde, wälzte mich in frisch ausgebrachtem Mist und sprang im Fluss hinter Forellen her. Doch dann verfrachtete mich Meistermein ins Auto, wir fuhren los, irgendwann döste ich ein. Bis das Auto anhielt. Meistermein öffnete die Türe, ich blinzelte raus und sah: Schnee. SCHNEE! Hey, ich bin ein Wasserhund, und Schnee ist weisses Wasser! Also sprang ich fiepsend vor Freude aus dem Auto, rannte den Berg hoch, wieder runter, hüpfte durch das kalte Weiss und fragte gar nicht danach, weshalb nun, kaum, dass der Frühling begonnen hat, der Winter wieder da ist.

In der Nacht schliefen wir zwar in ungewohnter Umgebung, aber das war mir egal, denn: Am Morgen war der Schnee noch immer da, genauso, wie ich es vermutet hatte! Also drängte ich raus, wälzte mich alle drei Meter im Schnee, bis plötzlich ein anderer  Hund meinen Weg kreuzte. Und dann noch einer. Aber noch bevor wir uns richtig warm schnuppern konnten, sassen wir in einer Seilbahn den Berg hoch (und ich gebe zu: Das geht schneller, als zu Fuss), und bei der Mittelstation sah ich: Noch mehr Hunde. Natürlich war  ich wieder mal die Kleinste – kein Wunder also, dass ich mich zuerst mal ganz ordentlich zurückhielt.

Meistermein jedoch begrüsste eine Menge Männer, die alle in gelben Jacken herumliefen, und während ich warten musste, zottelten sie zusammen los. Dann durfte ein Hund nach dem andern zum Schnee, und von meinem Sitzpunkt aus konnte ich perfekt mitverfolgen, was die machten: Sie jagten sie durch den Schnee, nahmen Witterung auf und gruben danach so schnell, dass hinter ihnen weisse Wolken aufstieben.

„Die suchen nach Verschütteten“, hörte ich jemanden sagen, der neben mir stand und dem Treiben zuschaute. Und jetzt wurde mir klar, was los war: Die spielten nicht! Ich war mitten in einer Lawinenhunde-Übung gelandet! Auf dem Corvatsch. Dort, wo die Luft dünner ist als bei mir zuhause und ich mich doppelt anstrengen muss, um überhaupt mit dem Schwanz zu wedeln.

Noch am Abend zuvor hatte Meistermein das „Barryvox“ studiert, ein Verschütteten-Suchgerät – natürlich nach einem Hund benannt! „What else“, wenn ich als Hündin  George Clooney zitieren darf. In der Gebrauchsanweisung wird gezeigt, wie man Verschüttete suchen soll, und Meistermein kommentierte: „Ha, genau so, wie du immer suchst: Zuerst hin und her, die Spur aufnehmen, und dann die Detailsuche!“ Klar: Wir Hunde wissen, wie der Hase läuft. Und die Lawinenhunde suchten genauso. Barryvoxe auf vier Pfoten. Konzentriert, ohne, dass ihre Meister gross Anweisungen geben mussten, die wussten von alleine, worum es geht.

Dabei will ich eines nicht vergessen zu erwähnen: Meistermein machte wacker mit. Wacker heisst: Im Rahmen seiner bescheidenen sportlichen Möglichkeiten. Denn während der Suche folgte der Hundeführer dem Hund. Und Meistermein folgte, mit einer Schaufel bewehrt, dem Hundeführer, um jedesmal, wenn ein Hund etwas fand, im Schnee zu buddeln. Und weil die Hunde schneller waren als er buddeln konnte, war er schon nach wenigen Minuten von Kopf bis Fuss schweissgebadet und kraxelte schliesslich wieder erschöpft den Lawinenkegel hoch.

Doch dann kam für mich der Höhepunkt: Ich durfte versuchen, mit den Grossen mitzuhalten – mit den Lawinenhunden, die schon seit Jahren auf den Bergen Leben retten.

Die erste Übung war einfach: Meistermein rannte im Schnee davon, und plötzlich, schwuppsdiwupp, war er weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Als ich losrannte und suchte, war es einfach: Dort, wo er eben noch stand, war ein Loch und dort drin Meistermein.

Dann wurde es etwas schwieriger: Wieder verschwand Meistermein im Schnee. Doch von einem Loch war jetzt keine Spur mehr. Stattdessen: Schnee. Aber das war ähnlich wie mit Trüffeln: Man sucht den Geruch, gräbt, und gräbt, und scharrt noch ein wenig mehr mit den Pfoten, bis ich endlich in das Loch runtersteigen konnte, in dem mein Büchsenöffner verschwunden war. Sofort kamen die anderen Hundeführer dahergerannt und sorgten dafür, dass das Loch so gross wurde, dass Meistermein mir ans Licht folgen konnte. Da war keine Spur von „Spiel“ – es war zwar eine Übung, aber alles, jeder Handgriff, jede Funkmitteilung, war wie im Ernstfall. Denn dort muss alles klappen.
Und hier kann das Filmchen meines Abenteuers angeguckt werden…

Ich gebe es zu: Für mich war das ein toller Erfolg. Und so richtig stolz wurde ich, als ein altgedienter Hundeführer meinte, dass ich das Zeug dazu hätte, ein ausgezeichneter Lawinenhund zu werden.

Doch im Lauf des Tages wurde mir klar: Dazu wird es nicht kommen. Erstens, weil Meistermein zu alt ist. Zweitens, weil wir nicht in den Bergen leben.

Und als ich den Menschen zuhörte, wie sie miteinander sprachen, lernte ich viel: Dass sie alle dies freiwillig machen, dass sie für Ausbildung, Übungen und tagelanges Piket keine Entschädigung erhalten, wie schwierig es für sie manchmal auch ist, mit dem umzugehen, was sie bei einem Ernstfall erleben. Kurzum: Auch wenn mir die Übung Spass machte, hat sie einen sehr ernsten Hintergrund.

Für mich ist eines klar: Wenn ich darf, werde ich wieder an einer Übung teilnehmen. Ein „Barry“, der 40 Leben gerettet haben soll, werde ich nie. Jedoch ist es ein so tolles Team mit Menschen und Hunden, dass es einfach eine Erfahrung fürs Leben ist. Und Erfahrungen, sagt Meistermein, kann man nie genug haben.

Ach ja, à propos Erfahrung: Da gibt es noch eine, die ich nicht missen möchte: Als wir am Abend wieder zuhause waren, stakste Meistermein ganz merkwürdig in der Gegend rum und murmelte immer wieder etwas, das so tönte: „Muskelkater! MUUUUSKELKAAATER! Vom kleinen Zeh bis zum Halszäpfchen!“ Keine Ahnung, wer dieser offensichtlich unfreundliche Kerl namens „Muskelkater“ ist. Aber wenn Meistermein nach jeder Übung so rumläuft, dann will ich an möglichst vielen teilnehmen!

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Noch eine Bemerkung am Rande von Meistermein: Wie Amira erwähnt hat, leisten die Männer und auch die Hunde des Rettungshunde-Teams Oberengadin Ausserordentliches. Sie retten nicht nur Leben, sie riskieren ihres auch, um anderen Menschen zu helfen. Und: Sie sind auf Spenden angewiesen. Ich weiss, das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl. Und der Wink geht noch weiter: Nämlich bis zur Konto-Nummer: Postfinance – Konto 70-9062-1, Lawinenhundegruppe Oberengadin Celerina.


Bild

die drei Trüffeln

die drei Trüffeln

Wir finden nicht mehr allzu viele, aber fotogen sind sie allemal. Diese drei Sorten haben wir praktisch am selben Ort gefunden… Ein wunderschönes Neues Jahr wünschen wir euch 🙂


Raduno di Bagnara (Emilia Romagna)

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Einmal mehr ist ein anstrengendes Wochenende vorbei. Anstrengend, aber voll von positiven, schönen Erinnerungen. Es ist schwer davon zu erzählen, da man gar nicht weiss, wo man anfangen soll….

Freitag, 8. Oktober 2010
Am Anfang war das Feuer…. hihi, nein, am Anfang kam Marion mit Beppolino. Die kamen da am Bahnhof an und mir klopfte das Herzi das erste Mal. Beppo hat sich unglaublich entwickelt zu einem wahrhaft wunderschönen Rüden. Er hat sich super gefreut mich wiederzusehen und so begann eigentlich dieses tolle Weekend..

Aysha mit grosser Klappe auf dem Gotthardpass


Am Freitag ungefähr um 10 Uhr war Abfahrt Michelle und Andrea mit ihrem Leo (natürlich ist auch er unglaublich schön), ich, Marion mit Beppo, Aysha und Beliza fuhren gemeinsam.
Erster Halt war auf dem Gotthard in der Höhe von über 2000 m. Da gabs dann ein paar Brötchen und eine Pinkelpause für Hund und Gscherr hihi
Danach fuhren wir mit ein paar kleinen Stops noch zuerst nach Ravenna ans Meer. Es war ganz einfach herrlich diese frische Luft und vor allem diese vergnügten Zweibeiner mit ihren noch vergnügter spielenden Hunden zu beobachten. Es ist herrlich wie Zwei- und Vierbeiner miteinander Spass haben.
Danach gings zum Einchecken ins Hotel Valverde und schon das erste Abendessen war ganz einfach die Gaudi. Wir hatten super Spass und waren alle gespannt auf das Weekend.

Samstag, 9. Oktober 2010
Wir fuhren früh am Morgen nach Bagnara zum Anwesen der Familie Morsiani, die seit Jahrzehnten Gastgeber für diesen Anlass sind. Giovianni Morsiani sagte auch in einer Rede, dass die Villa Morsiani das Haus des Lagotto Romagnolo ist und immer bleiben wird. Es war sehr bewegend.
Die Ausstellung war faszinierend, waren doch ca. 130 Lagotti gemeldet und ehrlich gesagt, einer schöner als der andere. Es war unglaublich wie hoch die Qualität der gezeigten Hunde war. Ich gehe nun schon einige Jahre regelmässig an diesen Anlass, aber 2010 war bisher der Höhepunkt.
Nun zu uns natürlich: Lieseli zeigte sich sehr gut und wurde auch mit einem molto promettente bewertet, ein Vielversprechend. Sie kam aber nicht in die Ränge, denn wie schon gesagt, das Niveau der gezeigten Hunde war extrem hoch, weshalb ich da auch keine Mühe damit habe.
Leo und Beppo waren auch ganz toll und die Richterbewertung super zu lesen, nur hat sich der Richter vermutlich irgendwie in der Kategorie vertan *grins* und die Bewertung stimmte nicht wirklich mit dem Bericht zusammen. Aber auch die beiden Boys haben das super gemeistert (natürlich auch ihre Zweibeinis) und auch da war es extrem schwer den schönsten Hund zu finden, weil die ganze Klasse einfach nur mit schönen Hunden bestickt war.

Aysha v. Richcastle, Siegerin Hündinnen und Veteranensieger

Dann kam mein Schatz, meine Aysha. Sie ist einfach unglaublich und zeigte einmal mehr wie leicht sie gehen kann, sie trabte wie eine junge Hündin, so dass sogar eine Mitstreiterin zu mir kam und behauptete, dass Aysha nur 5 Jahre alt sei. Im Katalog war nämlich ein Fehler, der Jahrgang von Aysha wurde falsch geschrieben, sie wurde 10 Jahre jünger gemacht *grins*. Ich erklärte ihr das und sie beruhigte sich wieder. Aysha machte dann als Höhepunkt sogar noch den Veteranensieger und das gegen einige Konkurrenten. Mich überkam es dann kurz, weil dann bei der Übergabe der Teller es mir in den Kopf schoss, dass dies vielleicht das letzte Mal mit Aysha war, ich war unglaublich überwältigt von den Eindrücken.

la grande famiglia Spirito del Bosco....

Aber süss war meine Grouppies, die alle ganz doll Daumen drückten und die mir unglaublich ans Herz gewachsen sind. Nicht auf dem Foto sind Andrea und Michelle (jemand musste ja fotografieren hihi)
An der Ausstelllung war es auch super schön die Mit-Teilnehmer kennen zu lernen und mit ihnen zu diskutieren, irgendwie hatte man sofort Kontakt und den auch wirklich herzlich! Die Gruppe der Zucht dei Colli Irpini packte dann noch Brot und Schinken aus, Wein durfte natürlich nicht fehlen und gastfreundlich wie sie sind wurden wir dazu eingeladen. Barbara und Edi konnten endlich ihr italienisches Temperament ausleben und man bekam sie fast von den gestenreichen Diskussionen nicht mehr weg… war aber wirklich süss hihihi….
Sonntag, 10. Oktober 2010
Sonntag, früh um 6 Uhr hiess es „AUFSTEHEN“. Ich freute mich sehr auf diesen Tag, war ich doch auch gespannt ob Lieseli dann mit mir auch trüffeln würde, denn mit Maja klappt es ja. So fuhren wir um halb Acht los zur prova di cerca di Brisighella. Der italienische Lagottoclub hat unten an der Hauptstrasse bei km 76 ein grosses Schild aufgehängt, damit wir uns nicht verfahren. Angekommen kam der erste Schock, denn all meine Hunde waren nicht auf der Liste vermerkt. Ich hatte die Anmeldung per Mail gemacht und auch eine Bestätigung erhalten. Nun, Ferdinando Bassi und Lorenzo Ciacci haben sich darum gekümmert, so dass wir doch noch starten konnten.
Erst kam ich mit Lieseli dran. Sie war echt die Wucht, zeigte super Temperament und hat auch wunderbar gesucht. Nun, das Ganze ist noch entwicklungsfähig, da sie mir tatsächlich eine Trüffel gefressen hat hihi… aber eine hab ich bekommen und so natürlich auch eine Wertung *freu*. Lieseli kam dann sogar auf den 2. Rang der ganzen Gruppe von ca. 6 oder 7 Hunden. Bin super stolz auf meine Nachzuchten, denn auch Leo hat eine Trüffel gefunden und Amira sogar 2!!!! Beppo hat, laut Richter Ermanno Zavagli wunderbar gesucht, gute körpersprache gezeigt, jedoch vermutlich war er doch zu aufgeregt eine Trüffel zu finden. Trotzdem war auch das ein unglaublicher Tag, das Wetter war uns freundlich gesinnt und die Atmosphäre einmal mehr fantastisch!
Bei Aysha machte ich mir einen Moment lang Gewissensbisse, denn wir waren in einem enorm schwierigen Gelände mit viel Unterholz, Dornen und sogar Stacheldraht. Aysha bemühte sich sehr, blieb aber oft hängen in dem stachligen Unterholz und wusste nicht weiter. Ich habe dann aufgehört, da es keinen Wert hatte. Vielleicht lag es aber auch an der 600 grämmigen Wurst, die sie Marion geklaut und gefressen hat. Die lag ihr wohl enorm auf dem Magen. Dies bis Dienstag, ich dachte wirklich, dass es nun vorbei sei.
Nach dem Trüffeln ging es wieder zum Essen im Archibugio und es war wieder super gut und vor allem VIEEEEEEEEEL!

mehr später, werde noch weiter an diesem Artikel arbeiten 🙂