dello Spirito del Bosco

Prova di cerca

Nächste Clubshow bei Prof. Morsiani, Präsident des Lagotto Club Italien in Bagnara findet am 09/10.10.2010 statt.

Am Samstag wie immer die grosse Ausstellung im Garten der Villa Morsiani und am Sonntag die Trüffelsuch-Prüfung in Brisighella mit anschliessendem gemeinsamen Essen und Preisverteilung. Infos auf der italienischen Homepage : www.lagottoromagnolo.org

„Prova di Cerca“, die Arbeitsprüfung in Italien

In seinem internationalen Jahrbuch 2003 beschreibt Prof. Giovanni Morsiani die Gründe für eine Arbeitsprüfung und ich kann dieses Bestreben nur unterstützen. In der übrigen Welt wird als wie mehr das Hauptmerk auf die Morphologie gesetzt und Schönheitschampions bevorzugt. Dies kann nicht wirklich das Beste für unseren Lagotto Romagnolo, so wie ich ihn noch kenne, sein. Der Lagotto ist ein Arbeitshund, war es seit Jahrhunderten und sollte nicht innerhalb von kurzer Zeit seine Vorzüge, betreffend seines Charakters (der durch die Arbeit geformt ist) und seiner Beweglichkeit, bedingt durch einen gesunden Hund, verlieren. Der Lagotto mutiert teilweise in einen Schosshund ohne Aufgabe, deshalb der original übernommene Text hier:

Der Club Italiano Lagotto ist der Auffassung, dass für die Selektion des Lagotto Romagnolo, die Einführung von Normen, bezogen auf seine Arbeitsanlage, ein wesentlicher Schritt zur Wahrung dieser Rasse bedeutet, die im Panorama der Hundewelt einzigartige Eigenschaften besitzt.

Seine Anlagen zur Trüffelsuche, die im Laufe des letzten Jahrhunderts ständig verfeinert wurde, ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die diese Rasse vor dem fast sicheren Aussterben gerettet hat, nachdem seine natürliche Arbeitsumgebung verschwunden waren.

Aus diesem Grund ist man der Meinung, dass bei der Selektion die morphologischen Qualitäten und die funktionellen Anlagen unserer Hunde zusammengehalten werden müssen. Gleichzeitig muss eine Spaltung, wie sie sich bei anderen Jagdrassen ereignet hat, unbedingt vermieden werden.

Die Aufgabe der Arbeitsprüfungen ist darum nicht nur einfacher Wettkampf, diese Arbeitsprüfungen müssen die spezifischen Qualitäten, die für einen guten Trüffelhund massgebend sind, hervorheben. Die Beurteilung sollte wenn möglich nicht in einer zu kurzen Zeitspanne erfolgen, da die Aktivität üblicherweise einige Stunden dauert.

In diesem Sinne soll man nicht eine Verschärfung der Leistung anstreben, die nur zu einer Spezialisierung des Hundes innerhalb einer 10-Minuten-Prüfung führen würde.

 

Die organisatorischen Modalitäten und die Richtnormen müssen so ausgerichtet werden, dass ein guter Trüffelhund mit einer entsprechend guten Ausbildung, diese Prüfungen ohne spezifische Vorbereitung ausführen und gleichzeitig seine Qualitäten hervorheben kann.

 

Reglement

Art.1

Die Aufgabe dieser Prüfungen ist die Bewertung der Hunde in Bezug auf deren Anlage zur Trüffelsuche. Für die Selektion der Rasse müssen diejenigen Hunde hervorgehoben werden, die sich durch ihre natürlichen Sucheigenschaften, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und ihre Fähigkeit, die erteilte Ausbildung aufzunehmen und zu speichern, auszeichnen.

Art.2

An den Prüfungen können alle reinrassigen Lagotti teilnehmen, die in einem vom FCI anerkannten Ursprungsregister eingetragen sind.

Art. 3

Die Prüfungen werden aufgrund des Alters in verschiedene Kategorien aufgeteilt. JUNGHUNDE von 9 bis 30 Monate, OFFENE über 18 Monate (dem Besitzer wird freigestellt, seinen Hund schon ab 15 Monaten in der offenen Klasse anzumelden), VETERANEN fakultativ über sieben Jahre. Beim „Raduno“ des Clubs können Welpen zwischen 4 und 12 Monaten ausser Konkurrenz angemeldet werden. Im Weiteren sind ab der Kategorie Jungtiere für Rüden und Hündinnen separate Durchgänge vorgesehen.

Art. 4

Die Anmeldungen müssen rechtzeitig innerhalb des festgelegten Datums eintreffen und sind nur mit entsprechender Quittungsbeilage der erfolgten Beitragszahlung gültig.

Art. 5

Nicht zugelassen sind bissige Hunde, läufige Hündinnen und kastrierte Rüden. Die Rüden müssen zwei gleich grosse Hoden haben, die tief im Hodensack liegen.

 

 

Art. 6

Die Begleiter müssen pünktlich am Appell erscheinen, ansonsten diese vom Wettbewerb ausgeschlossen werden können. Die Teilnehmer müssen der Jury zur Verfügung stehen.

Art. 7

Sofern es das Organisationskomitee für nötig hält, können die Hunde in Gruppen aufgeteilt werden. Die Gruppeneinteilung und die Reihenfolgen werden durch Auslosung entschieden.

Art. 8

Die Arbeitsprüfungen werden von einem Richter oder von einer Jury gerichtet. Diese werden von der Arbeitskommission (C.I.L) genannt.

Art. 9

Von den Teilnehmern wird gegenüber dem Arbeitsfeld totaler Respekt erwartet. Vor dem eigenen Einsatz ist es verboten, die Hunde ausserhalb der von den Organisatoren vorgesehenen Zonen freizulassen. Nicht Einhalten dieser Vorschrift kann die Disqualifikation zur Folge haben.

Art. 10

Jeder Teilnehmer kann seinen Hund vor oder während der Prüfung vom Wettbewerb zurückziehen, jedoch ohne Rückvergütung der Anmeldegebühr, ausgenommen für läufige Hündinnen, nach Vorweisung eines tierärztlichen Zeugnisses.

Art. 11

Die Prüfungen haben eine Mindestdauer von 10 Minuten; das Organisationskomitee kann aufgrund der Teilnehmerzahl und der zur Verfügung stehenden Fläche, die Prüfungszeit verlängern.

Art. 12

Sofern es sich für nötig erweist, hat die Jury die Möglichkeit die Prüfzeit für einen oder mehrere Teilnehmer zu verlängern oder nach Beendigung des ersten Rundganges einen zusätzlichen Rundgang zu verlangen.

Art. 13

Ein optimales Arbeitsfeld besteht aus natürlichem Trüffelboden mit unterschiedlichem, halbbedecktem Terrain. Die Jury kann jedoch die Hunde auf freiem Terrain arbeiten lassen, damit der Ablauf besser kontrolliert werden kann. Jeder Hund muss auf teilweise bereits von anderen Hunden bearbeitetem und teilweise auf unberührtem Boden arbeiten

Art. 14

Der Hund muss wie bei einer normalen Trüffelsuche, wenn möglich durch Zeichen geführt werden. Für häufige Zurufe oder Pfiffe werden Strafpunkte erteilt; während der Suche muss der Begleiter immer in der nähe der Jury sein, damit deren Angaben befolgt werden können. Der Begleiter muss die von seinem Hund ausgeführten Gruben sorgfältig schliessen, ansonsten er disqualifiziert werden kann.

Art. 15

Die Bewertung erfolgt gemäss nachfolgenden Richtlinien:

DER WILLE; die Tätigkeit des Hundes muss gierig, kontinuierlich und entschlossen sein, er muss eigene Initiative zeigen und soll nicht laufend vom Begleiter angespornt werden, eventuelle Hindernisse müssen mit Entschlossenheit überwunden werden.

DIE SUCHE; die optimale Gangart ist ein lockerer, lebhafter Trab, woraus man die Freude des Hundes an seiner Arbeit ersehen kann. Am Anfang des Rundganges, bei der Rückkehr auf bereits abgesuchtem Gelände oder beim Übergang von einem Feld zum andern, sind einige Galoppschritte erlaubt. Die Suche passt sich jeweils der Umgebung an; der Wirkungskreis muss gross genug sein, damit die Tätigkeit eine entsprechend grosse Fläche abdeckt, gleichzeitig muss die interessierte Zone aufmerksam und fleissig bearbeitet werden. Der Hund kann seinen Gang stufenweise verlangsamen, wenn er oder sein Begleiter das Gefühl haben, dass eine Stelle intensiver abgesucht werden muss. Die Tätigkeit des Hundes muss sich zum grössten Teil vor seinem Begleiter abwickeln.

GERUCHSSINN; bewertet wird Stärke und Konzentration des Spürsinnes des Hundes, wenn er z.B. Gruben findet, die von anderen Hunden übergangen worden sind oder wenn er den vom Wind geleiteten Geruch wahrnimmt. Der Hund darf sich nicht vom Geruch anderer Hunde oder von Wild ablenken lassen.

VERBINDUNGEN; während einer selbständigen und entschlossenen Aktion muss der Hund gutes Verständnis mit dem Begleiter zeigen, ohne jedoch Furcht zu haben, er muss seine Suche in der ihm gezeigten Richtung ausführen und sofort auf den Rückruf reagieren, ausser, wenn er bereits gräbt. Die auf Befehl unterbrochene Grabung oder die eventuelle Apportierung wird positiv bewertet.

GRABUNGEN; die Richter bewerten nicht nur die Anzahl der Grabungen, sondern auch deren Qualität. Dank diesen Richtlinien, kann die Wirksamkeit der Arbeit des Hundes geprüft werden. Jeder Hund wir auch auf bereits von anderen Hunden abgesuchtem Boden arbeiten, damit die unterschiedlichen Leistungen verglichen werden können. Die Grabung muss entschlossen sein und, sofern vom Begleiter unterbrochen, soll sie auf Verlangen wieder aufgenommen werden.

Der Richter wird für jeden Teilnehmer ein schriftliches Urteil und eine Qualifikation abgeben, die wie folgt lautet: nicht qualifiziert, genügend, gut, sehr gut oder ausgezeichnet.

Das Urteil muss das Alter des Tieres berücksichtigen. Bei Jungtieren muss die Beurteilung mehrheitlich die natürliche Begabung betreffen, in der offenen Klasse hingegen wird auch eine sehr gute Ausbildung verlangt.

Damit ein Hund beurteilt werden kann, muss er seine Arbeit korrekt und mindestens eine Grabung ausgeführt haben.

Art. 16

Am Ende der Prüfung muss die Jury eine Rangliste bekannt geben und einen Kommentar über das Ergebnis der gesamten Arbeitsprüfung machen.

Art. 17

Mängel und Fehler, die Strafpunkte oder eventuell den Ausschluss bedeuten können:

  • Ungeordnete Suche, meistens hinter dem Begleiter ausgeführt.
  • Grosse Ungehorsamkeit und Suche ausserhalb
  • Jegliche wiederholte Suche nach Wild
  • Körperliche Mängel und Schwächen
  • Schüchternheit
  • Aggressivität
  • Verlassen der Grabung
  • Mehr als zwei leere Grabungen

Fehler, die in der ersten Arbeitsminute vorkommen sind nie für einen Ausschluss massgebend.

Art. 18

Die Organisation muss dafür sorgen, dass die Zuschaue, dem Terrain entsprechend, eine gute Sicht haben. Die Zuschauer werden, wenn nötig, in Gruppen aufgeteilt und schichtweise ins Arbeitsgebiet geführt, wo sie sich in totaler Stille, mindestens zwanzig Meter hinter der Jury aufhalten müssen. Die Zuschauer dürfen in keiner Weise die Teilnehmer stören.

 

DER ARBEITSSTANDARD

Gangart und Haltung

Bei der Arbeit ist die Gangart des Lagotto Romagnolo von einem leichten, fröhlichen Trab gekennzeichnet. Aus seiner Gangart soll man die innere Freude bei der Ausführung seiner Suchfunktion ersehen. Am Anfang des Arbeitsrundganges, bei der Rückkehr auf bereits abgesuchtem Gelände oder bei Änderung der Suchstelle, sind einige Galoppschritte erlaubt, ebenfalls erlaubt ist der Schritt während der Abklärungsphase.

Die Haltung des Kopfes bezieht sich auf die Gangart und die Geschwindigkeit des Hundes. Während schnelleren Suchphasen hält der Hund den Kopf leicht erhoben, aber die Nase muss vorwiegend auf die Erde gerichtet sein; während den Abklärungsphasen im Schrittgang wird der Kopf nach und nach gesenkt bis die Nase die Erde berührt. Bei starker Geruchsausströmung kann der Lagotto  den Kopf beachtlich erheben, um sich vom Wind zur genauen Stelle der Ausströmung leiten zu lassen.

Die Rute kann entweder waagrecht zum Rücken oder etwas oberhalb gehalten werden, aber nie zum Rücken aufgerollt oder unterhalb des Leibes. Im Trab bewegt sich die Rute häufig und lebhaft mit schnellen, ausgedehnten seitlichen Schwingungen. Der Lagotto signalisiert seinem Begleiter die Gegenwart von Trüffeln durch schnellere, betoniere Bewegungen der Rute. Es ist wichtig, dass der Lagotto bei der Arbeit mit der Rute seine Fröhlichkeit, seine Spielfreude und seinen Arbeitswillen ausdrückt.

 

Suche

Die Suche ist eifrig, gierig und bestimmt, drückt Scharfsinn und Unternehmungsgeist aus und wird auf diagonalen Linien mit häufigen Richtungswechseln durchgeführt. Der Boden muss kreuzweise, ausführlich und genau abgesucht werden.

Der Lagotto muss beweisen, dass er Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit und Geruchssinn hat, in dem er Gangart und Suchfläche den Bedingungen der Umgebung anpasst. Der Hund muss ein gutes Gleichgewicht zwischen Flächenabdeckung, genügend lebhafter Gangart und der Geschicklichkeit einer genauen Analyse finden, damit er auch schwierigere Grabungen ausführen kann. Dies kann auch im Umkreis von einigen Metern Entfernung von seinem Begleiter erfolgen.

Kommt der Lagotto in ein Feld mit einer leichten hypothetischen Geruchsausdünstung, verlangsamt er seinen Gang bis zum Schritt und begibt sich allmählich zur vermuteten Stelle, indem er nach und nach die Nase der Erde nähert und die Bewegungen der Rute zunehmen. Er kann aber auch anhalten, tief einatmen und eine Grabung andeuten. Sollte der Eindruck nicht bestätigt werden, geht er wieder in seiner üblichen Gangart weiter. Sollte sich hingegen die Anwesenheit von Trüffeln bestätigen, beginnt er energisch zu graben.

Kommt der Lagotto während der Suche in ein Gebiet mit Geruchsausströmung, wo er von der Präsenz von Trüffeln überzeugt ist, begibt er sich mit grosser Sicherheit zur Ausdünstungsstelle, zögert nicht und beginnt gleich zu graben.

Wenn er den vom Wind geleiteten Geruch wahrnimmt, geht er in Richtung der Grube, auch wenn sich diese in beachtlicher Entfernung befindet. Er kann den Gang verlangsamen und anhalten, den Kopf in Windrichtung heben und tief einatmen, so kann er die Herkunft der Ausdünstung lokalisieren.

Grabung

Sobald der Lagotto die Bohrstelle lokalisiert hat muss er eine entschlossene Grabung durchführen, er kann aber auch eine Pause machen, um durch beschnüffeln der Grube und seiner Umgebung den Trüffel besser zu lokalisieren und die Grabung entsprechend zu beenden.

Er kann aber auch ausserhalb der Grube suchen, sofern er meint, den Trüffel bereits ausgegraben zu haben. Die Tätigkeit kann vom Begleiter unterbrochen werden. In diesem Fall muss der Hund die Grabung dort, wo sie ihm angezeigt wird, sofort wieder aufnehmen. Eine Grabung ist für den Lagotto erfolgreich abgeschlossen, wenn der Begleiter den Trüffel sichergestellt hat.

Ein Kennzeichen des Lagotto ist seine absolute und extrem natürliche Bindung zu seinem Begleiter. Obwohl er sehr selbständig ist und in der Suche immer eigene Initiative zeigt, ist er doch sehr aufmerksam, um eventuelle Hinweise seines Begleiters zu befolgen. Auch wenn er sich weiter entfernt hat, ist er immer bereit zurückzukehren und sich in die ihm gezeigte Richtung zu begeben.

Der fröhliche, offene Charakter, der Fleiss des Lagotto und seine natürliche Anlage für die Arbeit sorgen dafür, dass er auf externe Störungsfaktoren nicht reagiert.

Da er seinen Jagdtrieb gänzlich verloren hat, ist er gegenüber jeglichem Wild uninteressiert. Sollte er zufällig auf Wild treffen, so kann erein kurzes Interesse zeigen, wird sich aber auf den Ruf seines Begleiters gleich wieder der Suche zuwenden.

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