dello Spirito del Bosco

Standard

Standard Lagotto Romagnolo

FCI-Standard Nr. 298 05.02.1999,

Von Dr.Antonio Morsiani und offiziell anerkannt von E.N.C.I im Jahre 1992, von der FCI im Jahre 1995

(originelle und kontrollierte Übersetzung von C.I.L „club lagotto italiano“)

Wasserhund der Romagna

Ursprung: Italien.

Datum der Publikation des gültigen Original Standardes: 24.07.1996

Verwendung: Für die Trüffelsuche auf jedem Boden spezialisierter Hund.

Klassifikation FCI: Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.

Sektion 3 Wasserhunde.

Geschichtliche Anmerkung:

Antike Wasserapportierrasse, seit dem 16.Jahrhundert in den Lagunen von Comacchio präsent und dann in den Lagunen von Ravenna,  nach Ende des 19.Jahrhunderts hat er sich dann in den Ebenen und Hügeln der Romagna mit der präzisen Funktion des Trüffelhundes verbreitet.

Allgemeines Aussehen:

Der Lagotto ist ein Hund von mittlerem-kleinem Umfang, mit derbem Aussehen, stark gebaut und sehr gut proportioniert, mit dichtem und gelocktem Haar mit wolliger Struktur. Die allgemeine Gestalt ist die eines leichten Mesomorphosen, dessen Rumpf im Quadrat steht, harmonisch in Bezug auf das Format (Heterometrie) und disharmonisch in Bezug auf die Umrisse (Alloidismus).

Wichtige Proportionen:

Die Länge des Kopfes erreicht 4/10 der Widerristhöhe. Die Länge der Schnauze ist um 2/10 geringer im Verhältnis zur Schädellänge (d.h. die Schnauze entspricht ca. 44% der gesamten Kopflänge). Die Höhe der Rippengegend liegt etwas unter 50% der Widerristhöhe und kann 44% dieser Höhe erreichen

Verhalten und Charakter:

Die Funktion des Lagotto besteht in der Trüffelsuche, die er mit Leidenschaft und Effiienz erfüllt, wobei sich seine angeborene Neigung zur Suche und seinen ausgezeichneten Geruchssinn zunutze macht. Da sein Jagdinstinkt bei seiner Arbeit ausgelöscht ist, wird er nicht vom Wildgeruch abgelenkt und kann als einziger wirklicher Spezialist für die Trüffelsuche angesehen werden. Anspruchslos, intelligent, liebevoll, hängt sehr an seinem Herrchen und ist leicht abzurichten. Der Lagotto ist auch ein ausgezeichneter Warn- und Gesellschaftshund.

Kopf:

Gemässigt kräftig und von oben gesehen trapezförmig, hat die oberen Längsachsen des Schädels und der Schnauze untereinander leicht divergent. Seine Länge erreicht 4/10 der Widerristhöhe. Der Schädelindex geht von 50 bis 54 (Mesozephalie). Nie unter 50 (Dolichozephalie). Die Haut haftet glatt und straff an den darunter liegenden Geweben.

Schädelgegend:

Der Schädel ist an den Jochbogen breit. Seine Länge entspricht 56% der gesamten Kopflänge und die Breite (bizygomatischer Durchmesser) ist gleich der Länge. Von Vorne sieht er gebogen aus. Im Profil bildet er einen sehr offenen Bogen, der sich in der Hauptgegend abschwächt. In den drei Dimensionen gut entwickelte Stirnhöcker, markierte Augenbrauenbogen, nicht besonders betonte, aber sichtbarer Stirnabsatz (Stop), betonte Stirnfurche, kurzer und relativ abgeflachter Hinterhauptbeinstachel, leicht gezeichnete Fontanellen.

Schnauzengegend:

Nasenschwamm

Voluminös mit breitem, offenen und beweglichen Nüstern. Mittelfurche ziemlich betont. Im Profil ist sie auf derselben Linie des Nasenrückens und tritt unmerklich auf dem Vordergesicht der Lippen hervor (ca. 81°/87° in Bezug auf den Nasenrücken). Die Farbe geht von hellbraun bis dunkelbraun im Verhältnis zur Tonalität der Behaarung.

Schnauze

Seine Länge liegt 2/10 unter der Schädellänge (d.h. die Schnauze entspricht ca. 44% der gesamten Kopflänge). Seine tiefe oder Höhe erreicht die 8,5/10 der Länge des Nasenrückens (d.h. 44% der gesamten Kopflänge). Seine Breite ist bezüglich der Länge 3,5/10 geringer (sie ist demzufolge gleich 29% der gesamten Kopflänge). Seine Seiten sind leicht konvergent, aber die Vorderseite ist eher flach. Das obere Profil des Nasenrückens ist geradlinig. Das untere Schnauzenprofil ist durch den Unterkiefer gegeben.

Lippen

Die Maulwinkeltasche der wenig entwickelten und eher gedehnten Oberlippen ist kaum sichtbar. Von Vorne gesehen bilden sie an ihrem Trennungspunkt einen breiten Halbkreis. Die Lippenkanten sind in den verschiedenen Brauntönen pigmentiert. Die Lippen sind mit langen, eher rauen Haaren überzogen, die Schnurrbärte bilden.

Kiefer

Sie sind gut entwickelt. Die Unterkieferklauen sind eher geradlinig und der Unterkieferkörper ist stark und relativ breit. Die Zähne sind weiss, komplett ausgebildet und zahlenmässig vollständig, wobei die Anlage der Schneidezähne scheren- oder zangenartig ist. Toleriert die umgekehrte Schere (Gegenversion der unteren Schneidezähne).

Backen

Flache Kaumuskeln

Augen

Gross, rundlich und leicht vorstehend. Die Farbe der Iris reicht von ockergelb bis dunkelhaselnussfarben und braun, je nach Behaarung. Sie befinden sich in subfrontaler Stellung, haben anhaftende Lider mit in den verschiedenen Brauntönen pigmentierten Rändern. Extrem entwickelte Wimpern, aufmerksamer, intelligenter und lebhafter Ausdruck.

Ohren

Im Verhältnis zum Kopf mässig gross, mit leicht abgerundeten Spitzen. Dreieckige Form mit ziemlich breiter Basis, sitzen kurz über dem Jochbogen, in Ruhestellung hängend oder leicht angehoben, wenn aufmerksam. Ausgestreckt erreichen sie den Nasenlauf bei ¼ seiner Länge. Das Haar auf den Ohren neigt zum Öffnen der Locke, obwohl es immer sehr gewellt bleibt. Es gibt kein Ohrteil mit kurzem Haar. Das Innere der Ohrmuschel ist mit Haaren überzogen.

Hals:

Im oberen Teil leicht gebogen. Vollkommen ohne Wampe. Gerade etwas kürzer als der Kopf (8,5/10 der gesamten Kopflänge) hat er einen Umfang, der bei den Rüden das Doppelte seiner Länge erreichen kann. Er ist stark, muskulös, trocken, mit ovalem Querschnitt, mit guter Loslösung vom Nacken.

Rumpf:

Er ist stark gebaut und massvoll (seine Länge stimmt mit der Widerristhöhe überein)

Oberlinie:

Geradlinig vom Widerrist gegen Kruppe.

Widerrist:

Er übersteigt das Niveau der Kruppe und , obwohl nicht zu schmal, ist er doch ziemlich erhöht und nach hinten verlängert.

Rücken:

Geradlinig, sehr muskulös. Seine Länge entspricht ca. 33% der Widerristhöhe.

Lende:

Kurz, sehr kräftig, im Profil leicht konvex, gut mit dem Rücken und der Kruppe verbunden. Seine Länge entspricht 1/6 der Widerristhöhe, während die Breite der Länge gleichkommt und manchmal leicht übersteigt.

Kruppe

Lang (ca. 32% der Widerristhöhe), breit (durchschnittlich 24% der Widerristhöhe), muskulös, leicht geneigt (die Neigung der Hüfte geht von 25° bis 30°)

Nach der Neigung der Hüfte:

Wird die Kruppe definiert:

horizontal              von 15° bis 25°

geneigt                  von 25° bis 35°

schräg oder gesenkt     mehr als 35°

Brust:

Gut entwickelt. Am Ellbogen abfallend, übersteigt ihr Umfang 1/5 der Widerristhöhe, ihr Durchmesser, die auf der Hälfte der Brusthöhe am Höchsten ist, erreicht 31% der Widerristhöhe. Vorne weist sie eine leichte Andeutung  von Kiel auf, um sich dann nach Hinten ab der sechsten Rippe beträchtlich zu verbreitern.

Untere Linie:

Das Brust-Bauch-Profil zeigt eine lange Brustbeinregion, die in einem ersten kurzen Abschnitt zur geraden Linie neigt, dann in einem sehr breiten senkrechten Halbkreis weitergeht und wieder leicht in Richtung Unterleib, der nicht zu weit zurückgezogen ist, zurückläuft.

Rute:

Sie befindet sich auf halber Höhe, mit schlanker Spitze, ausgestreckt erreicht sie den Widerrist. Sie ist mit wolligem und rauem Haar überzogen. In Ruhestellung krummsäbelartig getragen, wenn aufmerksam hebt sie sich entschieden. Während der Arbeit oder wenn der Hund aufgeregt ist kann sie auch beträchtlich über der Rückenlinie getragen werden, jedoch nicht ringförmig gebogen.

Gliedmassen:

Voderglieder

Generelle Überprüfung

Sowie im Profil als frontal reguläre Stutze. Die Höhe der Vorderglieder liegt bei 56% der Widerristhöhe.

Schulter

Lang (sie erreicht 30% der Widerristhöhe), schräg (52°/55°), muskulös, stark, am Brustkorb haftend, aber in den Bewegungen frei. Der Schulter-Schulterblatt-Winkel schwankt zwischen 110° und 115°.

Arm

Muskulös, mit trockenem Knochengerüst, seine Länge entspricht 30% der Widerristhöhe. Seine Neigung auf dem Horizont variiert von 58° bis 60°

Unterarm

Perfekt, vertikal, mit ovalem Durchschnitt, mit kompaktem Knochengerüst. Seine Länge entspricht 36% der Widerristhöhe.

Ellbogen

Lang, vorspringend, gut anliegend, aber nicht an die Rippen geschlossen, überzogen von trockener Haut, müssen sie sich wie die Oberarmknochen auf einer streng parallelen Ebene zu den Sagittalen des Rumpfes befinden. Die Spitze des Ellbogens (Ellbogenhöckerepiphyse) liegt auf der Vertikalen, die vom kaudalen Winkel vom Schulterblatt zum Boden erniedrigt ist.

Carpus

Von Vorne gesehen folgt er der senkrechten Linie des Vorderarmes. Er ist trocken, dick und beweglich. Der Carpusknochen tritt gut hervor.

Mittelhand

Von geringerer Grösse als der Vorderarm, ist er trocken, elastisch, mit einem Minimum an Unterhautzellgewebe. Von Vorne gesehen muss seine Richtung auf derselben durchgehenden senkrechten Ebene des Vorderarmes liegen, im Profil bildet es einen Winkel mit dem Boden von 75°/ 80°

Pfoten

Rundliche, kompakte Vorderpfoten mit spitzen und zusammenlegenden Zehen. Starke und gebogene Nägel. Gute Pigmentierung der Fusssohlen- und Fingerballen. Gut entwickeltes Zwischenfingermembran.

Hinterglieder:

Gesamtbeurteilung

Reguläre Stutze, starke Hinterhand, die in gutem Verhältnis zum Umfang des Hundes steht.

Oberschenkel

Lang (bis zu 35% der Widerristhöhe) , mit gut betontem und deutlich getrennten Muskeln, weist eine leichte hintere Wölbung auf. Die Femurachse, ziemlich schräg von oben nach unten und von hinten nach vorne, hat eine Neigung von 80° auf der Horizontalen, der Hüftoberschenkelwinkel beträgt daher ca. 105°/110°. Die durchgehende vertikale Ebene für den Schenkel im Verhältnis zur Mittelebene des Körpers ist parallel.

Unterschenkel

Wenig länger als der Oberschenkel (ca. 36% der Widerristhöhe), mit gutem Knochenbau und Muskulatur, hat er die Beinauskehlung gut hervortretend. Seine Neigung auf der Horizontalen geht von 50° bis 55° mit einem Oberschenkel-Kniescheiben-Schienbein-Winkel von ca. 130°/135°. Seine Richtung ist parallel zur Mittelebene des Körpers.

Sprunggelenk

Breit, dick, trocken, mit gut hervorgehobenen Knochenvorsprüngen, parallel gegenüber der Körpermittelebene. Der Schienbein-Mittelfuss-Winkel beträgt ca. 140°.

Mittelfuss

Trocken, zylindrisch, immer perpendikular zum Boden.

Pfoten

Hinterpfoten leicht ovaler als die der Vorderfüsse und mit etwas weniger spitzen Knochengliedern.

Gang:

Normaler Schritt. Entschlossener, lebhafter Trab, streckenweise Galopp

Haut:

In jeder Region gut am Karpus haftend, dünn, mit geringem Unterhautzellgewebe. Darf keine Falten bilden. Das Pigment der Schleimhäute und Sklerenchyme geht von hell- bis dunkelbraun oder sehr dunkelbraun, dasselbe gilt für die Handwurzel-, Finger- und Fusssohlenballen.

Haarkleid:

Haar mit wolligem Gewebe, nie zu Strähnen oder Lockern verflochten, auf der Oberfläche halbrauh, mit sehr enger Locke, ringförmig gebogen, mit sichtbarem Unterhaar.

Die Kräuselung muss gleichmässig über den ganzen Körper verteilt sein, ausser auf dem Kopf, wo sich die Locken zum Öffnen neigen. Schnauzer, Bart und Augenbrauen gut ausgebildet. Auch die Backen sind mit dichtem Haar überzogen. Das Deckhaar und vor allem das Unterhaar sind wasserabstossend.

Da das Haar, wenn es nicht geschnitten wird, zum verfilzen neigt, ist neben der regelmässigen Entfernung des verfilzten Haares und Unterhaares mindestens ein kompletter Schnitt im Jahr erforderlich.

Farbe:

Einfarbig schmutziges Weiss,  Weiss mit braunen oder orangefarbenen Flecken, braunscheckig, einfarbig braun (in verschiedenen Tönen) oder einfarbig orangefarben, nie schwarz, weiss und schwarz oder grau. In einigen Tieren ist die braune oder dunkelbraune Maske vorhanden.

Widerristhöhe:

Für Rüden:          43 bis 48 cm (Idealgrösse 46 cm)

Für Hündinnen:    41 bis 46 cm (Idealgrösse 43 cm)

Toleranz:         max. +/ – 1 cm

Gewicht:

Rüden               von 13 bis 16 kg

Hündinnen         von 11 bis 14 kg.

Mängel:

Jede Abweichung von den in der Beschreibung jeden Bereiches angegebenen Charakteristiken stellt einen Mangel dar, der in der Beurteilung im Verhältnis zu seiner Schwere und Verbreitung bestraft werden muss:

Ausscheidungsmängel:

Konvergenz der Schädel-Gesichtsachsen, konkaver Nasenlauf, betonte und entstellende Prognathie, teilweise Depigmentierung, beidseitiger Strabismus, nicht lockiges oder vollkommen abrasiertes Haar, schwarze oder schwarzscheckige Behaarung, vorhandene Afterklauen, amputierter Schwanz, Widerristhöhe höher oder niedriger als festgelegte Grenzwerte.

Disqualifizierende Mängel:

Übereisigkeit, Einhodigkeit, Kryptorchismus, totale Depigmentierung, Glausauge

(Quelle: Dr.Giovanni Morsiani – Il Lagotto Romagnolo – International Book of the year 2003)

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